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Denis Diderot - Wer war das?

Eine Chronik


1713
Am 5. Okt. wird Denis Diderot als zweites Kind des Messerschmieds Didier Diderot und seiner Ehefrau Angélique, geb. Vigneron, in Langres (Champagne) geboren.

1723 - 1728
Er besucht das Jesuiten-Kolleg in Langres.

1726
Empfang der Tonsur.

1728 - 1732
Aufbruch nach Paris, wo er vermutlich das jesuitische Collége Louis-le-Grand und das jansenitische Collége dŽHarcourt besucht.

1732
Magister Artium der Pariser Universität.

1732 - 1735
Studium an der Sorbonne (Bakkalaureus, 1735).

1736 - 1742
(literarische) Gelegenheitsarbeiten, Anwaltsgehilfe (1736/37), Hauslehrer; Diderot verbringt viel Zeit in Cafés, wo er Jean-Jacques Rousseau kennenlernt (1742).

1743 Januar
Der Vater lässt den "ungeratenen" Sohn im Kloster nahe Troyes einsprerren; Flucht und Rückkehr nach Paris, wo er Antoinette Champion heimlich heiratet (6.11.).

1745
Übersetzung von Shaftesbury Inquiry concerning Virtue and Merit; Plan der Encyclopédie.

1746 - 1749
Veröffentlichung der ersten selbständigen Schriften: Philosophische Gendanken (1746), der erotisch-satirische Roman Geschwätzige Kleinode (1748) und der materialistisch-sensualitische Brief über die Blinden (1749). Dies bringt Diderot eine Haftstrafe im Turmgefängnis von Vincennes ein (24.7. - 3.11.1749).

1749/50
Bekanntschaft mit Baron dŽHolbach und Melchior Grimm.

1751
Der erste Band der von Diderot und Jean Le Rond dŽAlembert herausgegebenen Encyclopédie (28 Bände, 1751-72) erscheint, die, trotz mehrfacher Verbote, zum Hauptwerk der frz. Aufklärung avanciert; Ernennung zum Mitglied der "Berliner Akademie der Wissenschaften".

1752 - 1754
Buffonistenstreit

1753
Geburt der Tochter Marie-Angéliques (2.9.), des vierten und einzig überlebenden Kindes.

1755
Diderot lernt Sophie Volland, seine große Liebe, kennen.

1756
Beginn der Mitarbeit Diderots an Grimms "Literarischer Korrespondenz".

1757
Sein erstes Theaterstück, Der natürliche Sohn (Uraufführung 1771), erscheint (einschließlich der theoretischen Grundlegung der neuen Gattung des "bürgerlichen Dramas"); die Freundschaft mit Rousseau zerbricht.

1758
Das zweite Drama erscheint: Der Hausvater (Uraufführung 1760/61); dŽAlembert beendet seine Mitarbeit an der Encyclopédie.

1759
Diderots erste Folge der Salons erscheint, die über die Ausstellung der Pariser Kunstakademie berichten (1759-81).

1760
Entstehung des zweiten Romas: Die Nonne (ersch. 1796).

1761/62
Erste Fassung vom Dialogroman: Rameaus Neffe (ersch. 1805 in dt. Übers. durch Goethe, frz. 1821, 1891).

1763 Oktober
Bekanntschaft mit David Hume und David Garrick.

1765
Katharina II. von Russland erwirbt Diderots Bibliothek und stellt ihn zugleich als Bibliothekar derselben an.

1767
Ernennung zum Mitglied der "Akademie der Künste in St. Petersburg" (1773 auch der "Akademie der Wissenschaften").

1769
Diderot schreibt die dreiteilige Dialogfolge DŽAlemberts Traum (ersch. 1830), sein philosophisches Hauptwerk.

1771
Entstehung der Seiten gegen einen Tyrannen [sc. Friedrich II.] (ersch. 1937).

1772
Erste Fassung von Nachtrag zu Bougainvilles Reise (ersch. 1796); Mitarbeit an der Geschichte der beiden Indien (3. Aufl. 1780).

1773
Erste Arbeiten am Roman Jacques, der Fatalist (ersch. 1796) und am Paradox über den Schauspieler (ersch. 1830); Russlandreise: Besuch Katharinas II. in St. Petersburg (Okt.-März 1774) mit Zwischenstation in Den Haag; Erste Werkausgabe erscheint.

1774
Beobachtungen über den Nakaz (über Katharinas Politik) und Elemente der Physiologie (ersch. 1875) entstehen.

1778
Tod Voltaires und Rousseaus.

1782
Das letzte große Werk erscheint: "Seneca-Essay" (erweit. Fassung).

1784
Diderot stirbt am 31. Juli an Herzversagen.